Anspruchsvolle Strecke

(mehr oder weniger / Feierabendtour am 16.9.2011 / ca. 30 km / 3 Starter)
 
Dierk empfahl noch nicht aufzusteigen. Am Freitag ist Alsterdorfer Markttag und es gibt auch Ordner. Nach dem Aufsitzen ein kurzer Hinweis auf das Filmteam. Die machten irgendetwas für das ZDF.

Wenige Meter weiter wird ein eigentlich noch intakter Wohnblock abgerissen. Le Corbusier wollte ja halb Paris zum höheren Wohle der Architektur abreißen lassen. Hier wird er wohl nicht direkt beteiligt sein. Es ist mehr zu vermuten, dass irgendjemand etwas von der Idee zur Wohnmaschine aufgegriffen hat und das passt jetzt absolut nicht mehr in die Zeit. Vielleicht hat auch Angela ihre Finger im Spiel, weil die nachträgliche Isolation mehr kostet als Abriss und Neubau.

Wir waren vorsichtig auf dem Radweg auf der falschen Richtung parallel zur Rathenaustraße und hätten uns wohl auch gegenüber Fußgänger rücksichtsvoll verhalten, wenn da welche gewesen wären. Dierk bevorzugt aber die Treppe. Einmal runter tragen, ein wenig fahren und dann wieder hoch. Links an der Schleuse schlägt ebenfalls die Steinlaus zu.

Irgendwann erreichten wir dann die wilde Natur am Alsterwanderweg. Sumpfartige Pfützen mussten mutig durchquert, orientierungslose Vierbeiner umrundet werden. Wir haben auf Fußgänger Rücksicht genommen und auf radelnde Zeitgenossen Acht gegeben werden. Es ging alsteraufwärts. Nicht als Wildnis, bis wir nördlich des ehemaligen Poppenbüttler RTF-Startortes wieder auf Asphalt trafen. Dierk ignorierte den Asphalt und nahm den gepflasterten Rad/Fußweg. Auf dem Asphalt ging es nach Norderstedt, Brevet Fahrer kennen die Stelle, Ethicon ist nicht weit. Auf dem Radweg stockte einem zunächst der Atem, ein großes Tier, dunkel fast schwarz. Zum Glück saß oben eine relativ hübsche Frau. Sie lenkte das Biest von der Strecke und wir konnten passieren.

Nach diesem Schrecken nahm Dierk dann doch den Asphalt. Heiko und Dierk waren richtig als Radfahrer gekleidet, also in voller Montur und mit Klickpedalen. Beim Start hatte ich noch Angst, sie würden mich in Grund und Boden fahren. Dann hätte ich mir doch etwas mehr Konkurrenz gewünscht. Die Tour war wirklich amüsant und ist zu empfehlen. Kurz und gut, ich habe das Norderstedter Ortsschild sowas von gewonnen! Das trotz Jeans und 3*7 Sachs-Schaltung.

Es war das einzige Ortsschild, weil wir über Schmugglerpfade wieder nach Hamburg eingesickert sind. Da stehen keine Ortsschilder. Aber eine Bergwertung war noch zu absolvieren. Wir hofften auf Applaus, ließ der abgestellte Bus doch auf angekarrte Radfans hoffen. Aber mache Hoffnung trügt. Ich glaube Dierk hat die Bergwertung gewonnen. Wir trösteten uns bei Kaffee und Eis an der Hütte unmittelbar hinter der Passhöhe, genossen den Sonnenuntergang und die grandiose Aussicht auf das Tal.